Darm-
Erkrankungen

Entzündungsprozesse hemmen durch Vitamin B3
Ist die natürliche Barrierefunktion der Darmschleimhaut gestört spricht man von chronisch-entzündlich Darmerkrankungen (CED). Dabei können Bakterien in den Bereich der Darmwand eindringen. Dies kann im Verdauungstrakt zu Entzündungen führen, die oft schwere Bauchschmerzen und unkontrollierbare Durchfälle hervorrufen.
Die beiden Hauptformen der Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide sind bislang nicht heilbar. Bei schwereren Verläufen werden Medikamente eingesetzt, die den Entzündungsprozess mildern oder das Immunsystem unterdrücken. Diese Form der Therapie hat zum Teil starke Nebenwirkungen und kann nicht dauerhaft angewandt werden.
Der Körper ist darauf angewiesen, dass wir Vitamin B3 mit unserer Nahrung – als Nicotinamid (NAM) oder als Nicotinsäure, die beispielsweise in Fleisch, Fisch und Bohnenkaffee enthalten sind – aufnehmen. Ein Wirkungsort des Vitamins ist der Darm, wo es den Erhalt einer gesunden Darmflora fördert. Ein Mangel von Vitamin B3 äußert sich daher auch häufig über Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Erbrechen oder Appetitlosigkeit.
Da Vitamin B3 im Tiermodell auch entzündungshemmend wirkt, ist die Frage, ob es Menschen helfen kann, die unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden.
Mit einer großangelegten Studie (rund 450 Patienten) überprüfen Forschende aus Norddeutschland, inwiefern Vitamin B3 Entzündungsprozesse, im frühen Stadium, im Darm reduzieren kann, um diese zukünftig besser behandeln zu können. Eine frühe Behandlung könnte dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder zu verlangsamen.
Große Kooperation – praxisnah ausgerichtet
Die Studie wird als Kooperation des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteins, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, des Kompetenznetzes Darmerkrankungen, dem Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V. und der Patientenvereinigung Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung e.V. durchgeführt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
